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8 Tipps im Umgang mit schwierigen Mitarbeitern

Gibt es überhaupt schwierige Mitarbeiter?
Ja und nein – je nach Sichtweise. Die meisten „schwierigen Mitarbeiter" sind nicht schwierig. Mitarbeitende und Vorgesetzte tun sich allerdings schwer, mit ihnen umzugehen. Sie schaffen es häufig nicht, mit ihnen klar zu kommen, eben weil sie „schwierig" sind. Und sie sehen nicht die Chance, die solche Mitarbeitende oft bieten: Ihr Verhalten kann darauf hinweisen, dass im Betrieb (Organisation, Strukturen, Führung, Zuständigkeiten,Teamkultur) etwas nicht oder mangelhaft läuft. Schwierige Mitarbeiter sind häufig einfach unzufrieden.

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Hier ein paar Tipps im Umgang mit schwierigen Mitarbeitern

1. Vergewissern Sie sich bereits beim Anstellungsgespräch, dass Sie selber ganz präsent sind. Fokussieren Sie sich beim Gespräch nicht nur auf fachliche Qualifikation sondern konzentrieren Sie sich auch auf Sprache, Gestik, Verhalten einer Person. Hören Sie das zwischen den Zeilen Gesagte und vor allem nicht Gesagte. Das erfordert höchste Präsenz und Wahrnehmung im Gespräch.

2. Neue Mitarbeitende werden in aller Regel einem Team und somit einem direkten Vorgesetzten zugeteilt. Als HR-Verantwortliche ist es von höchstem Interesse, dafür zu sorgen, dass die Vorgesetzten geschult (softskills) im Umgang mit Mitarbeitenden sind - vor allem wenn Schwierigkeiten auftauchen. Lassen Sie die Vorgesetzten wissen, welchen Umgang mit Untergebenen von ihnen erwartet wird, damit das HR möglichst wenig mit Problemfällen konfrontiert sind. Und bleiben Sie hellhörig, wenn über Konflikte gesprochen wird.

3. Fällt eine Person als problematisch auf, ist es ratsam, rasch das Gespräch mit ihr zu suchen, also den Aufwand nicht zu scheuen, sich mit dieser Person besonders auseinanderzusetzen: Was ist das Unbehagen dieser Person? Gibt es ein Sachproblem? Geht es um zwischenmenschliche Komplikationen im Team? Fühlt sich die Person am Arbeitsplatz überfordert/-lastet? Gibt es familiäre Belastungen?

4. Direkte Vorgesetzte vergessen, vernachlässigen oft, an den regelmässigen Teamsitzungen gleich zu Beginn auch die persönliche Befindlichkeit der Teammitglieder zu thematisieren und abzufragen. Das heisst, es werden lediglich effizient die Sachgeschäfte besprochen und dann kehren alle möglichst rasch an Ihren Arbeitsplatz zurück. So gibt es keine Teamkultur. Der Vorgesetzte verpasst so die Chance, den Teamgeist zu fördern und zu hören, zu sehen, wenn es jemandem nicht so gut geht, jemand allenfalls langsam aus dem Team kippt und so plötzlich schwierig wird. Damit kann auch keine Kommunikation und Transparenz mit dem HR stattfinden.

5. Fragen Sie bei allen gemeinsamen Sitzungen mit Vorgesetzten aktiv ab, wie es um die Stimmung in den Teams steht: - Wie steht es um die Arbeitsatmosphäre? - Gibt es Dauerbelastung durch emotionalen Stress? - Werden Störungen in der Kommunikation festgestellt? - Sinkt die Produktivität des gesamten Teams? - Erhöhte Fehleranfälligkeit? - Verringerung der Arbeitsqualität? - Offene oder schwelende Konflikte zwischen Mitarbeitenden?

6. Schwierige Mitarbeiter sind oft schwierig, weil sie sich aus einem Unbehagen quer zum Arbeitsalltag stellen. Sie machen quasi durch unüblichesVerhalten auf sich aufmerksam Sie fühlen sich von ihrem Vorgesetzten nicht gehört, von Mitarbeitenden zu wenig wertgeschätzt. Hier gilt es, rasch und präventiv zu handeln.

7. Jede Veränderung im Verhalten von Mitarbeitenden kann - wenn sie über eine gewisse Zeit andauert - ein Indiz sein, dass etwas nicht stimmt und diese Person allenfalls erhöhte Aufmerksamkeit benötigt. Ein kurzes Nachfragen klärt die Situation häufig, entbindet aber nicht von der Verantwortung, weiterhin wachsam zu sein.

8. Ein spezielles Thema heisst Mobbing. Taucht das Wort „Mobbing" in einem Betrieb auf, reagieren HR und Vorgesetzte meist mit Abwehr. Mobbing wird für eine besonders ansteckende Krankheit gehalten, mit der man ja nicht in Berührung kommen darf. Falls sich Anzeichen dann verdichten, gilt: Top Secret: Bei uns kommt Mobbing nicht vor. Das ist exakt der falsche Ansatz. Tauchen Mobbingvorwürfe auf, muss sofort gehandelt werden, denn Mobbing hat tatsächlich Aspekte einer Seuche. Mobbing kann sowohl von einer Gruppe gegenüber einem Mitarbeitenden ausgehen als auch von einer vorgesetzten Person gegenüber einer untergeordneten Person. Mobbing ist für alle Beteiligten brandgefährlich. Daher ist eine rasche Intervention ausschlaggebend. Handeln so lange es möglich ist. Mobbing macht direkt Betroffene arbeitsunfähig und krank. Es zerstört den Teamgeist und breitet sich schlimmstenfalls im ganzen Betrieb aus. Und es ist immer auch mit verhältnismäßig hohen materiellen Kosten verbunden.

Ungelöste Konflikte blockieren konstruktive Energie, erschweren zunehmend den Arbeitsalltag, vergiften das Arbeitsklima und behindern so den Erfolg des Unternehmens. Warten Sie daher nicht ab. Holen Sie sich so rasch als möglich Unterstützung. Ich bin gerne für Sie da.

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