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Vorbildliches Streiten - so leiden Kinder nicht unter dem Elternstreit

Streit und Konflikte gehören zu jeder Ehe dazu und lassen sich niemals ganz vermeiden. Allerdings ist der richtige Umgang mit den Problemen wichtig – vor allem, wenn das Kind den Streit mitbekommt. Wer sich häufig und laut streitet und vielleicht sogar das Kind mit in die Konflikte einbezieht, der sorgt schnell für psychische Störungen. Handelt der Streit zudem von dem Kind und die «richtige» Art und Weise der Erziehung, so leidet das Kind noch mehr. Dabei ist häufig der Inhalt des Streits nicht so wichtig wie die Konfliktlösung selbst und die Art, wie der Streit beigelegt wird. So zeigen aktuelle Studien, dass Kinder sogar von einer konstruktiven Streitkultur profitieren können.

Das Lösen von Konflikten lernen

Eltern haben eine Vorbildfunktion. Das gilt jedoch nicht nur in den Momenten, in denen sie sich darüber bewusst sind, sondern vor allem in den Momenten, in denen sie es nicht sind. Sieht das Kind den Eltern beim Streiten zu, so lernt es im optimalen Fall, wie mit konstruktiver Kritik umgegangen wird und wie Konflikte gelöst werden können. Dadurch ändert sich das Sozialverhalten der Kinder abhängig davon, wie der Streit um Erziehung, Abwasch, Müll & Co ausgetragen wird. Fliegen die sprichwörtlichen Fetzen und werden unschöne Worte benutzt, so zeigt sich das in den Noten der Kinder sowie im Verhalten gegenüber Lehrern, Freunden und ihren Mitmenschen. Konstruktiver Streit hingegen bringt positive Aspekte mit sich.

Wichtig beim Streiten ist einerseits das Alter des Kindes, denn Babys und Kleinkinder können die Inhalte eines Streites noch gar nicht verstehen und reagieren nur auf die Stimmung der Eltern. In diesem Alter können Streitereien mehr Schaden als Nutzen anrichten, während ein konstruktiver Streit ab dem Grundschulalter besser verarbeitet werden kann. Andererseits ist dann jedoch auch der Streitinhalt wichtig, denn sobald sich dieser um das Kind oder dessen Erziehung dreht sollte er nicht vor dem Kind abgehalten werden. Sonst werden nämlich Schuldgefühle ausgelöst oder die Kinder sehen sich selbst als Bedrohung für die Ehe an – was negative psychische Folgen mit sich bringt.

Kommunikation mit dem Kind ist wichtig

Handelt der Streit jedoch von anderen Themen wie Schmutzwäsche, Miete, Hausmüll und Ähnlichem, so sollte dem Kind später erklärt werden, dass es nicht der Grund für den Streit ist. Dadurch entstehen keine psychischen Folgeschäden. Bei der Erklärung selbst sollte darauf geachtet werden, dass diese konstruktiv ausfällt und das Kind nicht zum Abladen der aufgestauten Emotionen verwendet wird. Wird der Streit nicht nur näher erklärt, sondern auch ein Ergebnis geliefert, so hat das Kind eine wertvolle Lektion gelernt und nimmt diese in das Sozialleben mit auf. Es wird später bei Konflikten selbst versuchen, eine Lösung zu finden und konstruktive Vorschläge machen. Es lohnt sich also für Eltern, wenn der Streit vor dem Kind auf einer möglichst neutralen, konstruktiven Ebene ausgetragen wird.

Kontaktieren Sie mich gerne für eine professionelle Konfliktberatung, um vorbildliches Streiten zu erlernen. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit!

Stefan Rohner
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