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8 Tipps und Ideen als Chancen für eine tragfähige Paarbeziehung.

Für viele Menschen beinhalten die Worte «Ehe» und «Familie» noch immer stark verbrämte Bilder. Bilder, die auf tradierten Vorstellungen beruhen, wie eine Ehe, Liebesbebeziehung oder eine Familie sein sollten.
«Ausserdem lief doch in den Anfängen alles ganz rund und einfach, als wir uns kennen gelernt haben».

In der Eheberatung zeigt sich sehr häufig, dass sich die beiden Partner persönlich unterschiedlich weiterentwickelt haben. Das Verhängnisvolle daran ist, dass solche inneren Veränderungen nicht ernst genommen und schon gar nicht rechtzeitig und adäquat mitgeteilt werden geschweige den vom anderen verstanden werden.
So bleibt es nach aussen hin bei den harmonischen Beziehungsbildern, die nicht hinterfragt werden dürfen. Damit aber gibt es keine gemeinsamen Veränderungen bis bei einem die Luft ausgeht und scheinbar alles verloren ist.
Das müsste nicht sein. Konflikte gehören auch zum Beziehungs-Alltag. Sie sind unangenehm, können diesen aber auch bereichern.

In den Seiten «Beziehungsproble: Streit in der Liebe» und «Konfliktklärung/Konfliktbewältigung» habe ich mich bereits generell zu Streit und Konflikt im zwischenmenschlichen Kontext geäussert.
Auch in Liebesbeziehungen ist ausbrechender Streit häufig nur Ausdruck tieferliegender Konflikte und mangelhafter Kommunikation.

Anbei nun also ein paar Tipps und Ideen zur Erhaltung einer positiven und kreativen Paarbeziehung:

1. Die anregende Ausnahmesituation «Verliebtheit» beruht nüchtern betrachtet darauf, dass sich zwei Menschen kennenlernen, die sich von Aehnlichkeiten, vor allem aber vom Anderssein (Ergänzung) angezogen fühlen.
Das schöne Gefühl des sich Verschmelzens verleitet dazu, zwischen ICH und DU nicht mehr zu unterscheiden. Achten Sie sich darauf, dass Sie sich selber als einmaliges Wesen anerkennen, respektieren und nicht aufgeben.

2. Ihr Lebenspartner kann Ihnen spiegeln, was Sie für ihn sind. Das kann Sie und ihn positiv fördern, Ihnen Erkenntnisse bringen darüber, wer und was Sie für einander bedeuten. Die Verantwortung dafür, wer und was Sie alles sind, wie Sie sich verhalten, liegt jedoch allein bei Ihnen.

3. Abhängigkeiten können dann entstehen, wenn Sie Ihrem Gegenüber mehr Macht über Ihre Person, Ihr Leben zugestehen, als Sie selber besitzen.
Ueberlassen Sie Ihr Selbstwertgefühl also nicht Ihrem Gegenüber. Pflegen Sie Ihre eigenen Interessen.

4. Respektieren Sie die Entfaltungswünsche der Persönlichkeit Ihres Partners. Vergessen Sie dabei aber nie Ihre eigenen Bedürfnisse. Diese müssen gleichwertig Platz einnehmen in Ihrer Beziehung.
Wenn nicht, werden sie sich irgendwann explosiv zu Wort melden, Ihr Recht einfordern und gegen Ihren Partner argumentieren. Er, sie trägt dann die Schuld an Ihrem Unglücklichsein.

5. Halten Sie Paar- und Individualinteressen auseinander. Sie können nicht alles gemeinsam teilen. Hingegen ist es sehr ratsam, gemeinsame Interessen zu erkennen, ernst zu nehmen und zu fördern.

6. Kommen Kinder hinzu, zentriert sich plötzlich die ganze Aufmerksamkeit auf das Kind, die Kinder. Nebst Kinderbetreuung, Erwerbstätigkeit wird die Zeit für die Paarbedürfnisse stark minimiert. Das kann fatale Auswirkungen haben.

Wenn Ihre Beziehung, die gemeinsamen Interessen sich beinahe ausschliesslich auf Ihre Kinder beziehen, laufen Sie Gefahr, sich selber und die Beziehung zu vernachlässigen. Viele Paare stellen dann mit Schrecken fest, dass sie sich persönlich und beziehungsmässig total aus den Augen verloren haben. Was nach Jahren der Familienharmonie häufig bleibt, ist eine tiefe Kluft der Leere und Verdrossenheit.

Teilen Sie die Zeit daher so ein und organisieren Sie sich so, dass jeder auch individuell zu seiner Nahrung kommt und die Gemeinsamkeiten auf der Paarebene möglich bleiben. Sie sind primär der starke Boden der Beziehung. Es ist nicht die Aufgabe der Kinder, Sie beide zusammenzuhalten und glücklich zu machen.

7. Meist zieht irgendwann, meist nach Jahren, einer der beiden Partner die Notbremse und sucht äussere Hilfe zur Rettung der Beziehung. Aber es ist schon so lange unbewusst nicht mehr befriedigend gelaufen und man weiss gar nicht mehr so genau, was denn schief gelaufen ist. Es waren doch soviele gute Absichten vorhanden.

8. Der Beizug von fachlicher Hilfe lohnt sich dennoch. Es kann mit gemeinsamer Anstrengung und Motivation gelingen, zu einer zeitgemässen Beziehung zu kommen. Als anstrengend wird häufig wahrgenommen, dass oft nur noch wenig Luft und Energie vorhanden ist, einen Neustart zu wagen. Es braucht vorerst bei beiden entschieden guten Willen und persönliches Interesse an der Weiterentwicklung der Beziehung. Dann kann sich bald wieder ein Stück Horizont für die Zukunft zeigen.

Sie benötigen dazu aber auch Geduld. Was jahrelang vernachlässigt wurde, verändert sich nicht in zwei bis drei Beratungsterminen.

Falls die Emotionen bereits hoch fliegen, empfiehlt sich allenfalls eine Mediation.

Als Fachmann für Konfliktberatung, Mediation und Coaching freue ich mich, Sie persönlich kennen zu lernen.

Stefan Rohner
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